Genetic/Narcissistic Rage

„Ich wollte dich nicht töten, Waldschabe“

Du kamst aus dem Nichts, ein Schatten, ein Drang,
die Luft zerschnitt dein Flügelschlag so bang.
Waldschabe, Reisende aus dunklem Geäst,
du warst mir fremd, ein fliegender Gast.

Ich wollte dich fangen, nur tragen hinaus,
aus meiner Stille, aus meinem Haus.
Doch du flogst in Panik, wie vom Wind gejagt,
zu nah, zu wild – mein Innerstes klagt.

Immer wieder entglittst du mir, wie ein Traum,
flatternd durchs Zimmer, an Wand und an Saum.
Ich sprach kein Wort, doch mein Atem war schwer –
du wolltest entkommen, doch ich konnt’ nicht mehr.

Es war nicht der Hass, nicht der Ekel, nicht Wut –
nur dieses Gefühl: Ich verliere den Mut.
Ich hob meine Hand, ich ließ es gescheh’n –
und sah dich, Waldschabe, still liegen, vergeh’n.

Ich wollte dich nicht töten – das ist die Wahrheit,
doch Angst und Flucht wurden schließlich zu Klarheit.
Ein Leben, so klein, im falschen Moment –
vom Menschen erschlagen, weil er sich nicht kennt.