Ich wollte kein Täter sein – ich wollte nur, dass es aufhört
Ich wollte niemandem wehtun.
Wirklich nicht.
Ich wollte nur,
dass es aufhört.
Das Schreien. Das Entwerten. Das Schweigen.
Die Blicke, die mich auslöschten.
Die Worte, die wie Nadeln kamen. Immer wieder.
So viele Jahre lang.
Ich wollte atmen.
Ich wollte nicht mehr zitternd aufwachen.
Nicht mehr stumm die Zähne zusammenbeißen,
während sie sprach,
mich zerlegte,
mich wie einen Fremdkörper behandelte.
Und irgendwann –
war mein Körper lauter als meine Vernunft.
Ich habe sie geschlagen.
Und ich schäme mich.
Aber ich war nicht kalt. Nicht grausam. Nicht absichtlich gewalttätig.
Ich war am Ende.
Ich war voll.
Ich war wund und sprachlos und brennend.
Ich habe es nicht getan,
weil ich Macht wollte.
Ich habe es getan,
weil ich ohnmächtig war.
Und ja –
ich hatte den Gedanken,
sie zu stoßen.
Weil sie mich jahrelang innerlich gestoßen hat.
Weil sie nie zurückgewichen ist,
wenn ich gesagt habe: „Es reicht.“
Aber ich tat es nicht.
Ich blieb.
Und ich trage jetzt die Scham –
aber auch die Wahrheit.
Ich bin kein Täter. Ich war ein Mensch in Not.
Ich wollte nicht verletzen. Ich wollte retten, was von mir übrig war.
Und jetzt,
wenn ich gehe,
dann nicht, weil ich fliehen will –
sondern weil ich nicht nochmal verletzen will.
Ich gehe,
um nicht erneut zerbrechen zu müssen.