„Ich wünschte, ich hätte das Down-Syndrom“
Ich wünschte, ich hätte das Down-Syndrom
und nicht
dieses Wort,
das man flüstert
wie eine Schuld.
Denn sie hätten mich umarmt,
hätten gelächelt,
mich gelobt,
mich „besonders“ genannt,
mir Bilder malen lassen
und gesagt:
„Wie süß.“
Aber so…
wirst du gefürchtet.
So…
bist du die,
vor der man Türen schließt,
die man wegsperren will,
mit Diagnose und Scham.
Niemand sagt zu mir:
„Du bist eine Heldin.“
Niemand klatscht,
wenn ich einen guten Tag überstehe.
Sie sehen keinen Glanz,
nur Gefahr.
Sie hören keine Musik in mir,
nur Störungen.
Ich wünschte,
meine Schmerzen kämen in runden,
verstehenden Gesichtern –
nicht in zerfetzten Gedanken
und Nächten,
die mir meine Sprache rauben.
Ich will nicht bewundert werden.
Ich will nur
nicht gefürchtet werden.