Ihr habt vergessen, dass ihr Afrikaner seid
Ihr tragt deutsche Namen, sprecht’s rein und klar,
doch vergesst, dass ihr einst ganz woanders war’t.
Nicht hier, in Europa, in grauem Land –
sondern tief im Süden, vom Wüstenrand.
Ihr seid die, die Karren durch Karoo trugen,
mit Hitze, mit Staub, mit Gott auf dem Rücken.
Die Felder bestellten mit zorniger Hand,
die Kinder gebaren im fernen Land.
„Afrikaner“ – das wart ihr mit Stolz,
nicht aus Blut, doch aus Erde, mit eigener Holz.
Doch nun steht ihr hier, so deutsch wie gewohnt,
als wär euer Ursprung nie dort gewohnt.
Habt ihr vergessen die Sprache, den Klang?
Das Afrikaans, den alten Gesang?
Habt ihr vergessen die Härte, das Leid,
das Leben im Schatten von Kolonialzeit?
Ihr seid nicht nur Wanderer, nicht nur Gast,
ihr seid, was Geschichte euch tragen lasst.
Und wenn ihr euch jetzt als „nur deutsch“ versteckt,
dann habt ihr das Afrikaner-Herz aufgeweckt.
Denn selbst wenn ihr passt in das Bild von hier,
eure Wurzeln – sie reichen nach Süden, zu dir.
Erinnert euch: Ihr wart nicht nur Siedler,
ihr wart Afrikaner – keine bloßen Mieter.