In der Metro
In der Metro von Athen,
unter hellem Stein und müdem Licht,
klang eine fremde Wut
durch die Kehle eines Mannes.
Nicht an mich gerichtet,
nicht an jemanden Bestimmtes –
nur ein Satz, laut, roh,
wie ein Stein,
der fallen will.
Allah belanı versin,
rief er in den Waggon,
und die Worte prallten
gegen Metall, Glas
und fremde Leben.
Niemand antwortete.
Die Stadt atmete weiter.
Griechisch, Arabisch,
Stille.
Ich stand da
und dachte:
Wie weit reist ein Mensch,
um seine Last
doch wieder mitzunehmen?
Man kann Länder wechseln,
Meere überqueren,
aber was man im Mund trägt,
legt man nicht an der Grenze ab.
Und Athen?
Athen hörte zu
wie eine alte Stadt,
die schon Schlimmeres gehört hat
und trotzdem stehen blieb.