In meinem Kopf
In meinem Kopf
sitzt der Türke im Knast.
Nicht aus Hass,
sondern aus Gerechtigkeit.
Ich sehe ihn dort,
hinter Gittern,
still,
entwaffnet.
Oder er stirbt.
Ganz einfach.
Nicht dramatisch.
Kein Märtyrer.
Nur vorbei.
Ein Körper,
der nicht mehr trampeln kann
auf meinem Leben.
Aber die Realität?
Sie lacht.
So wie er.
Er lebt.
Er raucht.
Er schreit andere an.
Er läuft frei herum,
als wäre ich nie gewesen.
Ich atme schwer.
Er atmet leicht.
Ich trage Narben.
Er trägt Sonnenbrille.
Ich schweige.
Er redet dummes Zeug
und wird dafür beklatscht.
In meinem Kopf
herrscht Ordnung.
In der Welt
herrscht er.
Und ich frage mich:
Wer hier wirklich verrückt ist.