Jetzt habe ich es verstanden
Ich habe es verstanden.
Nicht plötzlich,
nicht durch ein großes Ereignis –
sondern leise,
über Tage, Jahre,
Gedanken, die zu schwer wurden,
um sie noch wegzuschieben.
Ich habe verstanden,
dass das, was glänzt,
nichts sagt.
Dass Schönheit keine Heimat baut.
Dass Stimmen laut sein können
und doch nichts sagen.
Ich habe verstanden,
dass nicht ich falsch bin –
sondern das Bild,
in das ich nie gepasst habe.
Dass man mich „gefährlich“ nennt,
wenn ich einfach nur echt bin.
Jetzt sehe ich klar:
Nichts davon hat noch Reiz.
Nicht die Bühne.
Nicht das Urteil.
Nicht das Lob.
Nicht der Versuch, dazuzugehören.
Ich bin müde von Erwartungen,
von falschen Versprechen,
von Räumen,
in denen ich atmen sollte,
aber nur erstickt bin.
Ich habe es verstanden.
Und mit diesem Verstehen
kam nicht Erlösung,
sondern Stille.
Eine Stille,
in der ich endlich
nicht mehr beweisen muss,
dass ich es wert bin.
Ich bin.
Mehr nicht.
Und das reicht.