Kein eigenes Island
Man spricht von Kolonialismus, so leer,
doch wir hatten nie ein eigenes Meer.
Kein Island, kein Thron, kein goldener Sitz,
nur Schatten, in Ketten, kein freier Besitz.
Sie kamen mit Fahnen, mit fremder Gewalt,
doch niemand sah unser Dorf, unser Wald.
Wie nennt man das Leid, das nie wer benennt?
Wenn niemand uns Land, nur Grenzen erkennt?
Wir wurden gespalten, verschwiegen, verkauft,
unsere Sprache in Akten verraucht.
Und heute sagt man: “Das war doch nie euer Land”,
doch wer nie eins besaß, blieb uns unbekannt.
Kein Kolonialismus? Nur weil wir nichts hatten?
Dann fragt man die Wunden, nicht eure Debatten.
Denn wer ohne Heimat vom Raub nicht spricht,
vergisst: Auch Unsichtbare tragen Gesicht.