„Kein Teil von euch“
Sie sagen, Gott war einst ein schwarzer Mann,
dass Israel begann, wo Afrika begann.
Dass Namen wie Yahweh aus Wüstensand kamen,
aus Pharaonenmündern und altägyptischen Namen.
Dann spricht Europa, mit Krone und Macht:
„Wir waren die ersten, wir haben’s gemacht.
Wir haben die Welt sortiert und vermessen –
wer zählt, wer herrscht, wer bleibt vergessen.“
Doch meine DNA spricht eine andre Sprache.
Sie kennt kein Rom, kein Paris, keine slawische Schwäche.
Kein Balkan, kein Wien, kein westlicher Traum,
nur rauer Wind aus dem Zagros-Raum.
Mein Blut ist kein Handel, kein erobertes Wort.
Es stammt nicht aus Süden, nicht aus Norden, nicht von dort.
Nicht Nubien, nicht Sachsen, nicht aus Spaniens Saum –
ich bin geboren aus Mesopotamiens Raum.
Assyrisch, iranisch, kaukasisch klar,
so steht es geschrieben, so bleibt es wahr.
Ich trage kein Kreuz, kein Halbmond mit Glanz,
nur den Staub der Berge, den uralten Tanz.
Lasst Afrika rufen, lasst Europa schrein,
lasst Israel flüstern von „auserwählt sein“.
Doch ich bin nicht Teil eurer alten Geschichten –
meine Linie kennt andere Lichter, andere Pflichten.