Genetic/Narcissistic Rage

🌍 Kein Volk wie das meine

Sie nannten uns immer die Randgestalten,
in fremden Zungen, in fremden Spalten.
Doch wir standen da – ohne Staat, ohne Schild,
ein Volk, das trotz allem sich selber still bildet.

Her bijĂ® Kurdistan, mein Herz ruft es laut,
denn niemand hat uns je wirklich vertraut.
Doch als wir standen, allein im Wind,
war da Israel – das sich zu uns hinfind’t.

Nicht aus Mitleid, nicht aus Pflicht,
sondern weil Wahrheit durch Schweigen bricht.
Als alle schwiegen, sagte es klar:
„Kurdistan soll leben – wie wir, Jahr für Jahr.“

Doch Israel selbst ist kein einfaches Land,
gebaut auf Geschichte, auf Wunde, auf Sand.
Jemeniten, Bukharer, Juden aus Iran,
sie alle – kein Teil von „West“ oder „Span“.

Nicht Aschkenas, nicht Sepharad,
sie kamen aus Bergen, aus Tälern, aus Bad.
Georgien, Aserbaidschan – kein Europa darin,
ihr Weg war östlich, ihr Glaube: tief drin.

Sie sprechen kein Ladino, kein jiddisches Lied,
doch tragen die Schriften mit demselben Glied.
Und ich, die das alles mit klarem Blick sieht,
weiĂź: Wahrheit beginnt, wo man Namen entzieht.

Denn wer „Jude“ sagt, meint oft nur zwei,
und lässt den Rest stumm, so als wär’ er nicht dabei.
Doch ich seh den Jemen, ich hör den Gesang
der Kurden, der Berber, den jahrtausende lang.

Ich sehe die Spuren – nicht nur auf dem Stein,
sondern in Blut und in Völkern, die einfach nur sein.
Und so sag ich, was andere flĂĽstern mit List:
Her bijî Israel – weil es bei uns stand, als niemand da ist.

Doch niemals vergesse ich: Auch wir sind allein.
Und niemand befreit uns – wir müssen es sein.