“Kolonialer Türsteher”
Du stehst da
mit deinem Namen,
ein goldverzierter Spiegel
aus fremden Zeiten,
in denen meine
nicht willkommen waren.
Ich weiß,
ich betrete keine Diskothek,
nie getan,
niemals gewollt –
doch du,
du stehst an der Tür
meiner Zukunft.
Du lässt mich blicken
durch Glas,
doch nicht treten
über die Schwelle.
Dein Name klingt nach Rom,
nach Eroberung,
nicht nach mir.
Ich frage:
Warum trägst du diesen Klang,
wenn du doch vielleicht
auch einer von uns bist?
Aber wenn du mir sagst,
meine Leute gehören dir –
nicht mir –
dann ziehe ich gegen dich
mit Worten
und Wahrheit
in den Krieg.
Denn ich lasse nicht zu,
dass meine Wurzeln
verwelken
unter dem Schatten
deiner Sprache.