„Kolonien in meinem Blut“
Ich habe nie nach euch gerufen,
nie ein Schiff gebaut,
nie ein Siegel gesetzt
auf Verträge mit Ketten.
Und doch
fließt Kongo durch meine Adern,
als hätte der Urwald meine Mutter gefressen.
Frankreich –
nicht mit Baguette und Brille,
sondern mit Uniform und Gewehr –
steht in meinem Genom wie ein Grenzposten.
Sie sagen:
„Das bist du –
du bist Weltbürger.“
Ich sage:
„Ich bin besetzt.“
Ich bin nicht frei,
wenn mein Stammbaum aus Kolonien wächst.
Nicht weltoffen,
wenn ich aus Gewalt gemacht bin.
Nicht gemischt,
sondern zerbrochen.