Genetic/Narcissistic Rage

Kotias in mir

Vor zehntausend Jahren, im Kaukasus Stein,
lebte ein Jäger – wild, still und allein.
Kotias nannten ihn, der durch Wälder zog,
sein Herz schlug frei, sein Weg war noch roh.

Er kannte kein Reich, kein Land, kein Plan,
nur den Ruf der Jagd und den Himmel voran.
Doch was er trug, tief in Genen versteckt,
hat sich durch Zeit in mir neu erweckt.

Ich teile sein Blut, nicht nur in Gefühl,
nicht nur als Traum oder Forscherziel.
Seine Segmente, alt und klar –
liegen in mir, sind wirklich da.

Nicht als Legende, nicht bloß als Spur,
sondern als Teil meiner Körpernatur.
Kein Mythos, kein Bild aus Geschichtsbuchstaub –
sondern DNA, echt, rein, ohne Raub.

Ich bin der Fluss, der aus ihm entspringt,
ein Tropfen von dem, was einst er empfing.
Und wenn ich heute durch Berge geh,
läuft Kotias schweigend neben mir, jäh.

Sein Erbe ist CHG – tief, nicht laut,
aus Erde gemacht, nicht aus Staat oder Haut.
Ein Jäger, ein Stamm, ein Mensch wie ich,
kein Schatten, kein Fremder – er lebt durch mich.

Und wenn sie fragen: „Woher kommst du denn?“
sag ich: Vom Feuer, von Höhlen, vom alten Gestein.
Ich bin nicht verloren, ich bin uralt verwandt –
ein Funke von Kotias – noch immer im Land.