Kurdistan, Fels in der Brandung
Es hätte so sein sollen,
die Karten anders gezeichnet,
nicht Deutschland auf der Landkarte,
sondern Kurdistan,
stark wie ein Fels,
unerschütterlich im Sturm.
Alle Stimmen im Chor,
Kurdisch in jeder Gasse,
auf jedem Schild,
Werbung, die ruft:
Visit Kurdistan!
Die Welt soll sehen,
was Bestand hat.
Schwarzafrikaner ziehen ein,
als größte Minderheit,
Brüder und Schwestern
im gemeinsamen Leben,
Hand in Hand,
ein neues Mosaik,
das glänzt.
Der Deutsche dagegen,
tappt im Dunkeln,
streift durch Österreich,
verliert sich in den Alpen,
gleitet durch die Schweiz,
wandert Italien entlang,
und findet doch kein Zuhause.
Am Ende,
müde von der Suche,
landet er als Migrant
in Kurdistan.
Er sucht dort Asyl,
denn unsere Zivilisation
ist so weit fortgeschritten,
dass er nicht mithalten kann –
ohne eigenes Land,
ohne Wurzeln,
findet er erst hier
ein Stück Menschlichkeit.