Genetic/Narcissistic Rage

Lachen im Zug

Ich sitze einfach nur.
Stille.
Meine Gedanken vielleicht laut,
aber mein Körper ruhig.

Und dann –
Lachen.
Nicht meins.
Nicht freundlich.
Nicht beiläufig.
Gezielt.
Auf mich.

Sie schauen.
Sie tuscheln.
Sie reißen etwas aus dem Moment,
machen mich zum Witz,
zur Bühne,
zum Ziel.

Doch sie wissen nicht,
was in mir lebt.
Sie sehen nicht,
dass ich ein Volk im Herzen trage,
einen Schmerz auf der Zunge halte,
der älter ist als ihre ganze Ignoranz.

Sie lachen,
weil sie leicht sind.
Weil sie nie lernen mussten,
mit Würde zu sitzen,
wenn alle anderen
nur spotten können.

Ich bin 36.
Und ich trage
mehr Geschichte
in einem Blick,
als sie je
in einem Lachen fassen können.