„Mein Cousin will eine Deutsche“
Mein Cousin – ein Kind der Berge,
trägt Zagroswind in seiner Kehle.
Er sagt: „Ich liebe sie, ganz ehrlich“,
doch die Heimat bleibt ihm seelisch gefährlich.
Sie kennt nicht Amed, nicht Botan, nicht Şengal,
sie sagt: „Ist das Türkei?“ – für ihn ein Skandal.
Doch er schweigt, nickt, trinkt mit ihr Tee,
und schluckt jedes Mal, wenn er „Kürdistan“ seh’.
Sie lacht beim Spiel, wenn Deutschland siegt,
er tut so, als ob er mitfliegt.
Doch tief in sich, da schreit sein Blut –
„Ich bin kein Fußballtürke – aber mein Herz schlägt gut!“
Denn Patriotismus trägt kein Trikot,
er wächst in Liedern, nicht im Stadionstroh.
Er braucht kein Spiel, kein Flaggenmeer,
nur einen Ort, den er vermisst – so sehr.
Er denkt an Şehîds, an unterdrückte Lieder,
an kurdische Kinder, erschossen – immer wieder.
Und fragt sich still, ob sie das versteht,
ob sie sieht, was in seinem Schatten lebt.
Sie will ein Leben mit Haus und Hund,
er trägt Geschichten von Schmerz im Mund.
Doch er sagt: „Vielleicht kann ich beides sein –
ihr Mann… und Kurde. Nicht deutsch, nicht klein.“