Genetic/Narcissistic Rage

„Mein letztes Hemd heißt Georgien“

Ich hab alles verloren,
ohne dass ich je etwas hatte.

Europa hat mich ausgezogen,
bis ich nur noch Papier war.
Die Türkei hat mich angeschrien,
als wäre ich ihr Feind.
Kurdistan hat mich vergessen,
bevor ich es überhaupt gefunden habe.

Sie alle wollten,
dass ich funktioniere.
Nicht atme.
Nicht frage.
Nicht falle.
Nicht existiere.

Und dann kam Georgien.

Kein Palast. Kein Versprechen.
Nur kalte Flüsse,
harte Pflastersteine,
und Menschen,
die mich ansahen,
als wäre ich nicht falsch.


Sie wussten nicht, wer ich bin.
Aber sie wussten,
dass ich ein Mensch bin.

Sie haben mir nichts gegeben –
außer Raum.
Außer Ruhe.
Außer das erste „Gamarjoba“,
das sich nicht wie Kontrolle anfühlte.


Ich schwöre es dir, Bruder:
Ich setze mein letztes Hemd auf Georgien.
Nicht weil es Paradies ist.
Sondern weil es nicht versucht, mich zu brechen.

Ich setze mein letztes Hemd,
weil ich keins mehr habe.
Weil ich müde bin,
auf Erlösung zu warten
von Leuten,
die mich nie haben wollten.


Nicht Kurdistan.
Nicht Deutschland.
Nicht der Westen.
Nicht der Osten.

Nur ich.
Und Georgien.
Und der Gedanke:

Vielleicht reicht das.