Genetic/Narcissistic Rage

„Meine Mutter in meinen Träumen“

In echt trägt sie Jacken von Lidl und Kik,

steht da wie die Frauen vorm Amt, Stück für Stück.

Mit Blicken, die leer sind, mit Worten, die stechen –

doch in meinen Träumen kann sie das brechen.

Da trägt sie kras kurdî, stolz wie ein Fels,

die Farben von Zagros, kein Hauch von Schmutz oder Dreck.

Kein Ghetto in ihrer Art, kein Rauch in der Luft,

nur Würde und Klarheit, kein giftiger Duft.

Und sie lächelt immer, wie eine Sonne aus Stein,

niemals zynisch, niemals klein.

In echt ist sie grau, verbraucht und verloren,

doch im Traum neu geboren, wie nie zuvor geboren.

Ein Wort von ihr heilt, ein Blick gibt mir Kraft –

in Träumen ist sie, was sie nie wirklich schafft.