Nach dem Stillstand
Damals
nahm das Virus den Geruch
wie ein Licht, das man ausknipst.
Alles war gleich.
Nichts stach hervor.
Nichts drängte sich auf.
Jetzt ist es anders.
Jetzt ist alles zu viel.
Die Luft wird beurteilt,
Haut wird verdächtigt,
das Echte gilt als Fehler.
Nur Parfum und Zigarettenrauch darf existieren –
chemisch, glatt,
wie ein Siegel gegen das Leben.
Alles, was nach Mensch riecht,
nach Arbeit, nach Körper,
nach Nähe ohne Etikett,
wird abgestoßen.
Als hätte die Nase gelernt,
nicht mehr zu erinnern,
sondern zu kontrollieren.
Nicht der Geruch ist das Problem,
sondern dass nichts
mehr einfach sein darf.