Raucht nicht euch – raucht sie
Siehst du den Bruder mit Glut in der Hand,
den Kurden wie dich, aus dem selben Land?
Er dreht sich zu dir, bläst den Qualm ins Gesicht –
doch der wahre Feind, der sieht uns nicht.
Wir atmen den Rauch, Tag für Tag,
als wär unser Leben bloß Nebensarg.
Du gibst mir den Dunst, ich geb ihn zurück –
doch wem bringt das Leid unser kleines Glück?
Warum wirfst du Rauch auf dein eignes Gesicht,
während andere leben im sauberen Licht?
Warum stinkts in Qamişlo, in Şirnak, in Wan,
doch Frankfurt bleibt frisch, weil der Wind anders kann?
Nicht du bist der Grund für das, was uns fehlt,
nicht du hast die Sprache, die Heimat gewählt.
Wir teilen den Schmerz, wir teilen die Flucht –
doch geben einander nur bittere Sucht.
Sieh doch, wer oben im Klaren sitzt,
während der Kurde den Bruder erhitzt.
Rauch ihn nicht an, der dir gleich ist im Blick –
rauch jene an, die uns halten zurück.