Genetic/Narcissistic Rage

„Nicht jüdisch, sondern Mesopotamien“

Ich liebe nicht das Judentum in ihnen,
nicht die Thora, nicht den Tempelruf,
nicht das, was Europa gern etikettiert.
Ich liebe das,
was älter ist als Worte.

Irakische Juden –
sie sind der Atem von Ninive,
die Schatten von Ur,
sie sind nicht fremd,
sie sind die Brüder der Assyrer,
die Vettern der Kurden,
sie sprechen mit den Händen,
und ihre Adern sind Flüsse aus Euphratstaub.

Sie sind Mesopotamien mit Locken,
keine Erfindung des Exils.
Kein Gen sagt „Jude“ –
doch alles an ihnen schreit:
„Wir sind aus der Wiege der Welt.“

Und ich?
Ich bin verloren in ihren Stimmen,
verschossen in ihre tiefen Wurzeln,
nicht religiös, nicht politisch,
sondern uralt.
Wie das Land, das uns beide geformt hat.
Wie ein Gedächtnis,
das nicht vergessen will.