„Nicht so – mit Rauch in der Luft“
Ja,
ich will gesehen werden.
Aber nicht so.
Nicht wie der Raucher,
der sich am Bahnhof
ganz still sein Feuer nimmt,
sein Gift ausatmet –
ohne Blick,
ohne Urteil,
ohne Gegenwind.
Er darf da stehen,
stinkend, zerstörend,
als wär er Luft.
Als wär sein Dreck
kein Dreck.
Und niemand sagt was.
Aber ich?
Ich atme –
und schon drehen sich Köpfe.
Ich gehe –
und schon schnappen Urteile zu.
Ich will gesehen werden –
aber nicht so.
Nicht mit diesem Musterblick,
diesem Suchblick,
diesem narzisstischen
„Guckt sie mich verliebt an?
Oder will sie entkommen?“
Ich bin kein Testfeld.
Ich bin kein Spiegel für ihre Leere.
Ich bin ein Mensch.
Und ich will gesehen werden
wie einer.
Nicht gemessen.
Nicht gewogen.
Nicht gefressen mit Blicken,
die sich besser fühlen,
weil ich sie nicht ignoriere.
Sie sollen mich sehen,
aber nicht so.
Nicht wie Aas,
nicht wie Gefahr,
nicht wie ein Fehler.
Nur wie das,
was ich bin:
Ehrlich.
Wach.
Und verdammt nochmal
frei von Rauch.