„Sie haben uns verraten“
(für jene, die uns ihre Angst vererbt haben)
Meine Vorfahren trugen die Sprache,
doch sie sprachen sie nicht.
Sie hatten die Namen,
doch gaben sie ab.
Sie sahen das Unrecht,
doch blickten weg.
Sie beugten sich,
beteten leise,
kauften Sicherheit
mit dem Schweigen ihrer Kinder.
Die Zukunft der Kurden
wurde nicht nur von Feinden gebrochen.
Sondern von uns.
Von jenen,
die sich anpassten,
sich versteckten,
und im Stillen alles verschenkten,
was wir heute vermissen.
Ich trage ihre Angst in meinem Rücken.
Ihre Flucht in meinem Akzent.
Ihre Kapitulation in meinem Pass.
Doch ich weigere mich,
ihr Erbe weiterzutragen.
Ich werde nicht still sein.
Ich werde nicht verlernen.
Ich werde nicht vergeben,
was sie bequem vergessen haben.
Denn ich habe keine Schuld –
aber ich habe eine Wahl.