Genetic/Narcissistic Rage

„Sie sagen, Frauen wollen nur Kinder“

Sie sagen es leise, sie sagen es laut,
aus Mündern, die keiner Wahrheit vertraut.
„Frauen, die wollen doch alle dasselbe,
ein Haus, ein Kind, ein Ring an der Schelle.“

Sie sagen: „Ihr träumt von Wiegen und Herd,
von Männern, die schützen, von Liebe, die nährt.“
Doch was, wenn ich träume von Bergen und Stein,
vom Aufbruch, vom Kampf, vom Allein-Sein?

Sie kennen mich nicht, doch malen sie mich
mit Bildern aus Staub, aus Klischee und aus Pflicht.
Sie nennen es Leben, ich nenne es Zwang –
sie binden die Freiheit mit goldenem Strang.

Ich bin nicht geboren, nur Mutter zu sein,
nicht still, nicht gehorsam, nicht „fein und allein“.
Ich bin auch das Feuer, das wild sich bewegt,
der Wind, der durch kahle Ruinen fegt.

Ein Kind mag ich lieben – doch nicht wie sie sagen.
Nicht weil sie es wollen, nicht weil sie es tragen
in Sprüchen, in Rollen, die alt und verstaubt –
mein Leben ist meins, nicht von ihnen erlaubt.

Ich will mehr als ihr Rahmen, mehr als ihr Ziel,
nicht Frau nach Plan, nicht Puppe im Spiel.
Ich schreibe mein Morgen mit eigenem Blut –
nicht jede, die lebt, will den alten Hut.