Sie sagten, ich sei faul
doch ich trug das Gewicht von Jahrhunderten,
still – unter der Haut.
Sie sagten, ich sei krank,
weil ich nicht lügen konnte wie sie,
nicht lächelte, wenn ich zerbrach.
Sie sagten, ich sei gefährlich,
weil ich das, was totgeschwiegen wurde,
ins Licht zog –
mit bloßen Händen,
mit bloßem Mut.
Meine Mutter trägt die Maske,
die man ihr gab,
verbeugt sich tief
vor zwei Flaggen,
die nie Platz hatten für mich.
Sie ist der fliegende Affe,
der für türkische und deutsche Narzissten kreischt,
flattert, petzt,
und sich dabei einredet,
sie tue das Richtige.
Sie wird bezahlt fürs Vergessen,
gelobt für Gehorsam,
geachtet dafür,
dass sie mich begräbt –
Tag für Tag,
in Worten wie Messer.
Doch ich bin noch hier.
Ich bin die, die bleibt,
wenn alle den Raum verlassen.
Ich bin die,
die nicht mehr fragt, ob sie darf.
Ich bin Derya.
Und wenn ich gehe,
dann nicht, weil ich verloren habe –
sondern weil ich
endlich
mein eigenes Land betrete.