„Sie sprachen – ich schwieg“
Sie sagen „ez im“ –
ich suche noch nach meinem „ich“.
Sie flüstern Sätze auf Soranî,
auf Kurmancî,
als wären es Lieder aus ihrer Kindheit.
Ich höre nur Wind.
Ihre Zungen tanzen
mit Wörtern,
die meine Großeltern flüsterten,
bevor sie es verlernten –
unter Angst, unter Uniform,
unter der Last, Türken zu sein.
Und ich?
Ich kann sie nicht rufen,
diese Wörter,
die mein Blut kennt,
aber meine Lippen nie gelernt haben.
Ich schaue sie an –
diese Kurden,
diese freien Stimmen –
und ich bin stumm
wie ein gekappter Zweig.
Nicht weil ich dumm bin.
Nicht weil ich faul bin.
Sondern weil man mir
meine Sprache gestohlen hat,
bevor ich wusste, dass sie mir gehörte.