Genetic/Narcissistic Rage

STINKENDE KÖRPER (NOT SUGAR)

Verse 1

Damals war die Nase leer,

nichts war gut und nichts war schwer.

Kein Geruch, kein Widerstand,

alles gleich im Niemandsland.

Heute riecht man jedes Leben,

und es wird sofort vergeben?

Nein – es wird sofort verflucht,

wenn es nicht nach Parfum riecht.

Pre-Chorus

Alles Echte ist verdorben,

nur Chemie wird hier erhoben.

Was nach Mensch riecht, gilt als Schande,

bitte weg aus diesem Lande.

Chorus

Not sugar in my tongue,

nein —

stinkende Körper auf der Zung’.

Schweiß statt süß,

real statt rein,

und genau das darf nicht sein.

Not sugar in my tongue,

klar —

stinkende Körper, roh und wahr.

Kein Chanel, kein Flakon,

nur der Mensch — und der ist zu viel davon.

Verse 2

Sauber heißt hier: sterilisiert,

alles Warmes wird aussortiert.

Hände riechen nach dem Tag?

Ekel pur, nicht tragbar, frag.

Haut erzählt, dass du noch lebst?

Dass du atmest, arbeitest, gehst?

Nein, das stört die Illusion,

lieber tot als ohne Ton.

Pre-Chorus

Blumen ohne Erde, bitte,

Körper ohne jede Mitte.

Menschen glatt und parfümiert,

damit niemand sich berührt.

Chorus

Not sugar in my tongue,

nein —

stinkende Körper, ungefein.

Ohne Schutz,

ohne Schein,

das hier soll die Wahrheit sein.

Not sugar in my tongue,

sieh —

die Realität riecht nach mir.

Und wer das nicht ertragen kann,

hat Angst vorm Menschsein, irgendwann.

Bridge

Vielleicht ist es nicht der Gestank,

der euch nachts im Hals festhängt.

Vielleicht ist es die Nähe pur,

ohne Maske, ohne Kur.

Vielleicht erinnert euch der Geruch

an euch selbst — und das ist Fluch.

Break

Kein Dior.

Kein System.

Nur Körper.

Und unbequem.

Final Chorus

Not sugar in my tongue,

klar —

stinkende Körper, wunderbar.

Roh serviert,

nicht kaschiert,

weil das Leben so funktioniert.

Und wenn euch das anwidert sehr,

dann hört gut zu, ich sag euch mehr:

Ihr hasst keinen Geruch im Raum —

ihr hasst den Menschen, tief im Traum.

Outro

Früher nichts gerochen, still.

Heute riecht man — und hasst zu viel.

Man nennt das Fortschritt, nennt es rein.

Ich nenn’s: verlernt, Mensch zu sein.