Taliban haben ein Land – wir nicht
Russland nickt.
Und die Welt nickt mit.
Die Taliban –
Männer mit Maschinengewehren,
mit Verboten im Mund
und Blut an den Fingern –
sie dürfen regieren.
Man nennt es Realpolitik.
Man nennt es Pragmatismus.
Man nennt es „Stabilität“.
Doch uns?
Uns nennt man Problem.
Uns nennt man „kompliziert“.
Uns nennt man nicht.
Kurdistan hat keine Botschaft.
Keine Flagge auf der UNO-Konferenz.
Keinen Stuhl im Sicherheitsrat.
Nur Gräber.
Und Berge,
die unsere Namen tragen –
aber nicht laut.
Sie geben Diktatoren Diplomaten.
Sie geben den Taliban ein Pult.
Aber sie geben uns –
nur Schweigen.
Nur Karten, auf denen wir
nicht existieren.
Und ich frage:
Was genau ist unser Fehler?
Dass wir nicht barfuß mit Kalaschnikows
in die Nachrichten gestürmt sind?
Oder dass wir
immer noch
an Menschlichkeit glauben?
Und während ich das sage,
während mein Herz brennt
wie Dörfer ohne Namen –
lacht die Türkin.
Nicht laut,
aber genüßlich.
Nicht weil sie witzig ist,
sondern weil es nicht ihr Volk ist,
das ausgelöscht wird.
Sie lacht,
weil unser Schmerz
sie nicht stört.
Sie lacht,
weil ihr Staat
uns ausgelöscht hat –
und sie nennt es Ordnung.