Genetic/Narcissistic Rage

„Tiksinmişim senden“

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre.
Als ob ich nicht längst auf dem Boden liege,
zerfressen von der Frage,
wohin mit mir,
wenn mich nicht mal mein Volk will.

Da kommt sie.
Meine Mutter.
Meine Stimme.
Meine Wurzel.
Meine Schande.

Sie sagt nicht:
„Kalk.“
Nicht: „Ben yanındayım.“
Nicht mal: „Ne oldu?“

Sie sagt:

„Tiksinmişim senden.“
„Ich ekle mich vor dir.“

Und in diesem Moment
reißt alles,
was ich noch festgehalten habe,
wie ein letzter, zitternder Faden.


Ich bin nicht mehr Kind.
Nicht mehr Tochter.
Nicht mal mehr Mensch.
Ich bin der Makel,
den man verbergen will.
Die Enttäuschung,
die sich nicht wegwaschen lässt.


Du hast mich geboren,
aber du hast mich nie gehalten.
Du hast mich gefüttert,
aber nie genährt.
Du hast mir Sprache gegeben,
aber keine Stimme.


Und jetzt?
Jetzt sprichst du den Satz,
den niemand zurücknehmen kann.

„Tiksinmişim senden.“

Sag's noch einmal.
Vielleicht hör ich dann auf, zu atmen.
Vielleicht hör ich dann auf, zu hoffen.