Genetic/Narcissistic Rage

Tod den Rauchern

Im Schwarzwald an der Donauquelle,

wo einst nur rauschte die helle Welle,

zieht heute Rauch in dichten Scharen

durch Wälder, die einst Atem waren.

Die Donau fließt, doch schwer ihr Lauf,

denn Zigaretten steigen auf.

Am Quellstein sitzt ein Mensch allein,

sein Glimmstängel fällt in den klaren Rhein*.

An Bänken, auf Wegen, bei jedem Schritt,

zieht eine Wolke der Laster mit.

Der Wanderer hustet, das Reh bleibt fort,

verraucht ist der einst so heilige Ort.

Sie zünden an, als wär’s ein Brauch,

und opfern dem Glimmstängel ihre Bauch.

Was bleibt, ist Gestank, ein süchtig Gesicht –

die Berge ersticken im Nikotinlicht.

Oh Schwarzwald, du grünes Gedicht,

vergiss dein klares Atemlicht nicht.

Erhebe dich gegen den Qualm der Zeit,

bewahre dein Herz, sei wieder weit.