„Unausgesprochen“
Sie stand im Bus, ganz bürgerlich,
kein Kittel, keine Pflicht auf sich.
Doch in der Hand – ein Zettel klar:
Ein Dienstplan. Krankenhaus – na klar.
Der Schweißgestank, so roh, so dicht,
erschlug mich fast wie grelles Licht.
Nicht frisch vom Dienst, nein – abgestanden,
ein Dunst wie aus verfaulten Wänden.
Ich sah den Plan, den Namen drauf,
die Uhrzeit, Schichtbeginn – Verlauf.
Und alles schrie: „Sie heilt die Kranken!“
Doch roch, als würd sie selbst schon schwanken.
Die Menschen schwiegen, hielten's aus,
vergraben tief im stillen Graus.
Und ich? Ich sprach kein einzig Wort,
doch brannte innerlich sofort:
„Warum sagt niemand, dass sie stinkt?
Dass sie die Luft zur Folter bringt?“
Doch wie so oft: Ich ließ es sein.
Die Wut blieb still. Der Bus fuhr heim.