„Und ich frage mich jeden Tag, was nicht mit mir stimmt“
Und ich frage mich jeden Tag,
was nicht mit mir stimmt.
Warum ich so bin,
wie ich bin,
während die Welt sich fügt,
verträgt,
verdreht.
Ich sehe Dinge in den Medien,
Worte, Bilder, Geschichten,
die mir nicht gehören,
aber mich treffen.
Die mich formen sollen,
bis ich hineinpasse.
Sie reden von Freiheit,
aber sie meinen Gehorsam.
Sie reden von Vielfalt,
aber sie meinen Anpassung.
Und ich sitze da –
hilflos,
wach,
ungefragt.
Ich kann nicht glauben,
was sie behaupten.
Ich kann nicht mitspielen,
was sie aufführen.
Und ich frage mich:
Was ist falsch an mir?
Bin ich zu klar?
Zu ungeschminkt?
Zu nah am Schmerz,
den sie zum Schweigen bringen wollen?
Oder bin ich einfach nur echt,
in einer Welt,
die Fassade verlangt?
Und jeden Tag bleibe ich stehen,
mit einem Knoten im Hals
und der Frage:
Was,
wenn mit mir
gar nichts
falsch ist?