„Urartu – Stimme aus Stein“
Ich bin Urartu, aus Fels geboren,
zwischen Feuer, Wasser und Himmel verloren.
Ein Königreich aus Asche und Blut,
wo jede Mauer von Stolz noch ruft.
Zwischen Van und Ararat stand ich fest,
mein Schild war Basalt, mein Herz ein Gebet.
Die Flüsse gehorchten, die Berge mein Thron,
ich schrieb meine Siege in kupfernem Ton.
Mit Hurritern im Geist, mit Schwertern im Lied,
ich kannte den Sturm, der von Osten zieht.
Doch ich fiel nicht durch Krieg, nicht durch Glut –
ich fiel durch die Zeit, durch Vergessen, durch Mut.
Die Götter von Musasir schlafen im Stein,
die Worte der Ahnen wehen herein.
Doch wer heute geht durch mein karges Land,
fühlt Urartus Atem im staubigen Sand.
Ein Volk, zerschlagen, verstreut und zerbrochen,
doch nie sind die Namen der Väter erloschen.
Denn in den Augen, die dunkel noch glühn,
lebt Urartu – in jedem, der sieht.