Verehrung
Jetzt muss ich
wildfremde Kurdên verehren,
weil ich meine eigenen
nicht mehr ertrage.
Ich klammere mich
an Namen,
an Gesichter in Dokus,
an Fahnen im Wind,
an Lieder,
die mich nie selbst kannten.
Weil meine Eltern
mich schweigend zerschnitten,
und meine Verwandten
mich sehen
wie einen Fremdkörper
in meinem eigenen Blut.
Ich sage „Bruder“
zu denen,
die nicht wissen, wer ich bin,
weil die,
die es wissen sollten,
mich nie gerufen haben.
Ich schreibe über Heimat,
die mich nie umarmt hat,
und halte mich fest
an der Vorstellung,
dass irgendwo ein Kurd
mich vielleicht doch versteht.