„Verschleppt“
Der Türke,
der mich in den Balkan riss,
mit seiner Flagge,
die nicht meine ist,
hat mich verkauft –
wie eine Zahl im System,
als wär ich Ware,
kein eigener Stern.
Er schleppte mich weiter,
nicht an der Hand,
sondern mit Ketten
in ein fremdes Land.
In die EU,
wo alles glänzt und fault,
wo mein Name
wie Sand in den Zähnen kaut.
Dann kam der Europäer,
mit Stempel und Blick,
schenkte mir Papiere –
doch gab nichts zurück.
Er sagte: „Du bist jetzt wir.“
Doch ich blieb allein.
Ein Bürger auf dem Papier,
doch niemals daheim.
Er bürgerte mich ein,
sprach vom Recht, von Pflicht –
und sagte dann:
„Aber dich – dich will ich nicht.“
Ich sah die Städte,
doch nicht mein Gesicht,
sah Menschen,
doch kannten sie mich nicht.
Ich wollte zurück,
doch der Weg war zu weit –
denn er hatte mich
mit Schweigen beschreit’.
Der Türke,
nicht Mann, sondern Staat,
warf mich in Länder,
die ich nie gefragt.
Und der Europäer,
mit kaltem Plan,
sah nie,
was in mir zerbrach daran.
Doch ich lebe noch –
und wenn auch verbrannt,
so flüstert mein Herz:
Ich bin nicht erkannt.