Vier Pilze – ganz allein
Ich habe vier Pilze geerntet
aus dem Garten meiner Eltern.
Nicht vom Markt,
nicht gestohlen –
gewachsen dort, wo auch ich lebe.
Ich muss betonen:
Ich wohne hier.
Nicht geduldet,
nicht zu Besuch.
Hier ist mein Platz,
auch wenn niemand ihn mir zeigt.
Und nein –
ich habe nicht geteilt.
Ich habe sie
allein gegessen.
Jeden Bissen.
Weil ich wollte.
Weil ich kann.
Weil ich sonst
nichts habe,
das nur mir gehört.
Kein schlechtes Gewissen.
Kein Dankeschön.
Kein Tischgespräch.
Nur ich,
vier Pilze,
und der stille Gedanke:
Vielleicht darf ich doch
manchmal etwas nur für mich haben.