Genetic/Narcissistic Rage

Warum sie Frieden haben – und wir Krieg tragen
Sie sagen:

„Nie wieder Krieg.“
Und meinen:
„Nie wieder Krieg hier.“

Ihre Häuser stehen.
Ihre Schulen funktionieren.
Ihre Kinder spielen,
ohne dass jemand den Himmel prüft,
ob etwas kommt, das fällt.

Ihre Straßen sind sauber,
ihre Papiere vollständig,
ihr Blick ruhig,
ihr Herz ungeprüft.

Doch wir –
wir kamen aus Ländern,
wo jedes Fenster das Letzte sein kann,
wo jede Grenze eine Wunde ist,
wo Krieg kein Kapitel der Vergangenheit ist,
sondern der Anfang jedes Gesprächs.

Wir tragen die Flucht in den Knochen,
die Sprache im Bruch,
den Verlust in der Stimme.

Und während sie
„Frieden“ rufen auf Plakaten,
führen sie ihre Kriege weiter,
leise,
strukturell,
gut organisiert:

Mit Ämtern,
mit Papieren,
mit Stempeln,
mit Schweigen.

Sie schicken keine Bomben mehr –
sie schicken Berichte.
Sie löschen keine Städte –
sie löschen Geschichten.
Sie sagen:

*„Du darfst hier leben.“
Und meinen:
„Aber nicht du.“

Warum ist auf ihrem Boden Frieden?

Weil sie ihn für sich behalten haben.
Weil er nie allen gelten sollte.
Weil ihr Frieden nicht Gerechtigkeit ist,
sondern Ruhe für sich selbst.

Aber ich trage meine Narben
wie eine Landkarte.
Ich gehe nicht zurück.
Ich gehe durch.
Und ich sage:

Euer Frieden war nie meiner.
Aber mein Überleben ist mein Sieg.