„Weil ich Kurdin bin“
Sie fragten mich,
warum ich die kurdische Musik so laut mache.
Ich hätte sagen wollen:
Weil ich Kurdin bin.
Doch was nützt es,
wenn keiner es glaubt?
Wenn jeder Blick
mich zum Schweigen zwingt,
mich zur Lüge drängt?
Sie löschen mich aus
mit ihrem Schweigen,
mit ihrem Zweifel,
mit ihrer Gewalt.
Gegen das Würgen der Moschee
haben sie aber nichts.
Die Kurden haben den Islam nicht erfunden.
Ich werde kurdische Musik hören,
auch wenn ich nichts verstehe –
weil mein Herz sie versteht.
Nur meine Melodie
ist ihnen zu wild,
zu wahr,
zu viel.
Doch ich werde lauter.
Ich werde singen,
selbst wenn nur ich höre.
Denn ich bin,
was sie nicht auslöschen können:
Kurdin.