„Wenn du sagst: Geh doch nach Kurdistan“
Wenn du sagst:
„Geh doch nach Kurdistan, wir wollen dich hier nicht…“
Dann hör ich viel mehr als nur Worte.
Dann hör ich die Angst in deiner Stimme.
Die Müdigkeit.
Die Jahre voller Anpassung.
Den Staub der Kompromisse, der sich über dein Herz gelegt hat.
Doch ich?
Ich atme noch.
Ich brenne noch.
Ich trage mein „Jin Jiyan Azadi“-Shirt selbst dann, wenn der Schweiß drin steht wie ein Versprechen.
Wenn du sagst:
„Wir wollen dich hier nicht…“
Dann denke ich:
„Ich wollte hier nie bleiben.“
Meine Wurzeln kennen keine deutschen Mauern.
Mein Herz schlägt im Takt der Berge,
der Staubstraßen,
der Stimmen meiner Ahnen,
die nicht schweigen wollten…
… und nicht schweigen konnten.
Also ja,
Vielleicht geh ich.
Vielleicht noch heute.
Vielleicht mit nichts als meinem Rucksack,
meinem Trotz
und dem Ruf der Freiheit in meinen Ohren.
Und wenn ich gehe,
werde ich zurückblicken –
Nicht aus Sehnsucht.
Sondern als Erinnerung daran,
dass ich nie wieder zurückkomme,
um mich klein zu machen.
Kurdistan wartet.
Und ich?
Ich werde kommen.
Mit oder ohne dein Verständnis.
Aber immer mit meiner Würde.