Genetic/Narcissistic Rage

Wenn einer schreit

Wenn einer schreit in meiner Nacht,

dann ruft man gleich: „Jetzt wird’s gemacht!“

Die Polizei, das Amt, die Macht –

der Lärm war schlimm, man hält jetzt Wacht.

Doch wenn da Rauch durchs Fenster zieht,

der mich vergiftet, Tag für Tag,

dann heißt es still: „Ach, sei doch lieb –

der darf das halt, ist halt sein Schlag.“

Sie hören Schreie, riechen nichts,

ihr Maßstab ist verrückt und schief.

Mein Husten zählt nicht, meine Sicht –

mein Atem bleibt ihr Diebesbrief.

Ich will nicht, dass man für mich tobt.

Nur atmen. Still. Wie’s jedem lobt.

Doch ihre Freiheit, die verpufft

als Asche in der Abendluft.