Genetic/Narcissistic Rage

„WhatsApp sperrt mich – aus Irland“

Sie sitzen auf Inseln, so fern, so kühl,
im Nebel von Dublin, mit Daten als Ziel.
Mein Name? Gesperrt. Mein Wille? Gelöscht.
Sie tippen auf Knöpfen, mein Leben zerbröckelt.

Ich bin kein Bot, kein Spam, kein Phantom,
doch ihre Kontrolle macht Menschen zu Strom.
Ein Konto, ein Klick – und ich bin verbannt.
Sie sperren mein Dasein, von Irland aus – elegant.

Ich wollte meiner Oma schreiben, ein einfaches Wort,
aus der Ferne, aus Liebe, von diesem fremden Ort.
Ich wollte meiner Mutter, die jetzt in der Türkei ist,
nur sagen: „Mir geht es gut – vermiss mich nicht.“

Und gestern – ja, erst gestern –
hab ich mich beim Narayana Verlag beworben.
Ein Ort mit Heilpflanzen, Stille, vielleicht mit Sinn.
Ich dachte: Vielleicht darf ich endlich wer sein, der ich bin.

Doch kaum war der Wunsch gesprochen, der Klick getan,
war WhatsApp tot – wie abgeschnitten, wie ein Bann.
Kein „Hallo“, kein „Ich hab dich lieb“, kein „Bin noch da.“
Nur Schweigen aus Irland – wie aus dem Nichts, ganz nah.

Und während sie mich löschen, mich stumm schalten, mich sperren,
reden sie von Gerechtigkeit – mit Tränen und Bannern.
„Black Lives Matter“ – sagen sie laut und stolz,
doch mein kleines Leben? Das ist ihnen nichts. Das ist Holz.

Sie posten für George Floyd, als hätten sie ein Herz.
Doch was sie mir antun, ist stummer, ist Schmerz.
Denn ich atme noch, doch nicht für sie.
Ich schreibe noch – das ist meine Melodie.

Was ist mein Verbrechen? Zu sein, wer ich bin?
Zu viel von mir selbst? Zu laut, zu bestimmt?
Ich bin kein Konzern, ich hab keinen Staat.
Ich schick keine Werbung, ich spuck keine Tat.

Doch ihre Systeme sind blind vor Macht –
sie löschen mich weg, bei Tag oder Nacht.
Und ich bleibe zurück, unsichtbar, stumm,
mein letzter Versuch verfliegt – und bleibt stumm.

Aber ich bin noch da, ich schreibe, ich schrei.
Ich wachse durch Feuer, nicht durch Datei.
Sperrt mich, löscht mich – ich bleib ein Gedicht.
Denn was in mir lebt, das löscht ihr nicht.