Wie lange noch
Ein Brennen in meiner Brust,
seit Tagen.
Nicht Liebe.
Nicht Sehnsucht.
Nur Rauch, der sich in mein Leben schlich —
durch Worte, Blicke,
durch eine Tür, die ich nicht schließen durfte.
Meinen Atem hat man mir geraubt.
Und mit ihm meinen Verstand.
Den klaren Blick,
das leichte Wort,
den Mut, zu sagen:
„Nein. Nicht so mit mir.“
Ich wurde zum Schweigen gezwungen,
mit alltäglicher Gewalt,
die kein Messer trägt,
aber meine Würde zerschneidet.
Gedemütigt.
Zwischen Möbeln, Erinnerungen und fremdem Tabak.
Mitten im Zuhause,
das keins mehr ist.
Wie lange noch?
Wie lange noch soll ich das aushalten,
ohne mich selbst zu verlieren?
Wie lange noch,
bis auch ich einfach nur
laut atmen darf?
Ist das ein Test?
Ein letzter Schwur an das Unsichtbare?
Werde ich in die Freiheit entlassen – nach Georgien?
Dorthin, wo mein Atem
nicht mehr nach Erlaubnis fragt?
Umzingelt von Türken und Europäern.
Keine Sprache klingt nach mir.
Kein Blick fragt nach meinem Namen.
Ich bin sichtbar – aber nicht gemeint.
Ich bin laut – aber nur intern.
Und während ich verstumme, werden andere gefeiert.
Die Transcommunity wird verherrlicht,
mit Flaggen, mit Applaus, mit Schutz.
Ich gönne ihnen ihr Leben –
aber wer schützt mein eigenes?
Ich darf nicht einmal sagen,
dass ich kurdisch bin,
ohne dass man mir meine Herkunft streitig macht.