„Wir sind nicht eins – wir sind viele“
(Gedicht der kurdischen Vielfalt)
Manche von uns
sprechen mit dem Licht der Aleviten,
tragen das Feuer im Herzen
und den Zweifel in den Augen.
Andere
gehen mit dem Ruf des Muezzins,
folgen dem Weg,
den der Vater ihnen lehrte –
Sunniten, stolz, doch nie blind.
Wieder andere
haben keine Götter mehr,
nur Erinnerung –
und eine Liebe zur Freiheit,
die tiefer ist als jedes Gebet.
Wir sind
nicht ein Volk –
wir sind viele Schatten einer Wahrheit,
viele Flüsse,
die zum selben Berg zurückkehren.
Selbst unsere DNA
erzählt es:
Hier ein Tropfen Zoroastrismus,
dort ein Echo aus dem Schamanischen,
dazwischen die Spuren
von Wanderern, Kriegern, Flüchtlingen –
alle versunken in unser Blut.
Und doch:
Keiner von ihnen war stärker
als der Kurde,
der blieb.