Genetic/Narcissistic Rage

„Wo ist der Zagros-Jäger und Sammler geblieben?“

Wo bist du hin, o Kind der Steinzeit,
der durch die Schluchten des Zagros schreit?
Mit Pfeil und Bogen, scharf wie dein Blick,
verschmolzest du mit jedem Strick.

Du jagtest Steinbock, Reh und Traum,
kanntest kein Dorf, kein Haus, kein Zaun.
Der Himmel war dein einzig Dach,
die Erde weich in jeder Nacht.

Doch heute trägt mein Blut nur Spuren,
von Bauern, Städten, fremden Uhren.
Dein Name klingt wie ferner Klang,
verhallt im Wind, so leicht, so bang.

Ich frage mich mit stillem Sinn:
Warum bist du so weit dahin?
Warum so wenig in mir bleibt,
vom Feuer, das einst du betreibst?

Ich trage Lasten, die du nicht kanntest,
und folge Wegen, die du nicht nanntest.
Doch tief in mir da ruft ein Teil,
nach deinem freien Lebenszeil.

Kein Zelt, kein Acker, keine Pflicht –
nur Morgennebel, Jagd und Licht.
Ich hör dich noch in dunklen Träumen,
durch uralte, bewaldete Räume.