„Workaway? Noch nie gehört.“
Da ist er wieder,
mit Bart, Kamera,
und dem unerschütterlichen Blick
des selbsternannten Pioniers.
Er kommt aus der Türkei –
natürlich.
Sagt Dinge wie:
„Afghanistan ist ganz anders,
wenn man es mit dem Herzen sieht.“
Per Anhalter durch Taliban-Gebiet,
als wär’s 'ne Backpacker-Route
zwischen Kappadokien und Kasachstan.
Visa?
„Ach Bruder, hab ich geregelt.“
Workaway?
„Was ist das? Ich rede mit Menschen.“
Er klopft an Türen,
die für andere zugeschlagen werden,
schlürft Tee mit Kalaschnikows im Hintergrund
und filmt alles –
für Klicks,
für Ruhm,
für die Illusion von Tiefe.
Währenddessen wird mir gesagt,
ich sei das Allerletzte,
nur weil ich einmal
per Anhalter fuhr.
Er?
Er ist Held,
Reisender,
„ein echter Mann“.
Ich?
Bin eine Warnung.
Ein Skandal.
Ein Fehler.
Doch das ist ihre Welt.
Sie bauen Brücken für sich
und Mauern für uns.
Mitten hindurch:
ein Selfiestick,
ein Lächeln,
und null Ahnung.
Workaway? Noch nie gehört.
Würde ihn auch nur aufhalten.