Zuerst ein Mensch
Sie hebt die Hand, doch schlägt nicht zu,
ihr Blick ein Messer – keine Ruh.
Ein Wort wie Gift – „behindert“ sagt sie,
und nennt mich „krank“, als wär’s Magie.
Sie spielt den Richter jeden Tag,
stellt mich zur Schau – mit Spott und Frag.
„Du bist nicht normal“, ruft sie so laut,
doch schweigt, wenn ihr das Herz vertraut.
Dann sagt sie: „Man muss ein Mensch erst sein“,
doch meint nicht sich – meint nur mich klein.
Was ist ein Mensch, der andre bricht?
Der mit Verachtung spricht ins Licht?
Ich atme still, doch bin nicht schwach,
denn meine Würde hält mich wach.
Ich bin mein Körper, mein Verstand,
mein Herz, mein Geist, mein Widerstand.
Und wenn du fragst, was Menschsein sei –
dann sag ich: frei, und nicht dabei,
den eig’nen Menschen zu entehren,
nur weil sie wagen, sich zu wehren.