Genetic/Narcissistic Rage

„Zwei Brüder der Steppe – Alemann und Kushan“

Im Nebel des Nordens, im Glanz des Orion,
ritt einst der Alemann, Sohn der Region.
Mit Haaren wie Gold und dem Mut in der Brust,
trug er Yamnayas Ruf, in glühender Lust.

Im Osten, wo Sonne die Wüste versengt,
wo Wind durch die Ruinen der Geschichte drängt,
stand der Kushan mit sehniger Hand –
ein Reiter der Steppe, aus Tadschikistans Land.

Beide geboren aus Staub und aus Ross,
aus Vätern, die zogen, als gäb’s keinen Trost.
Der eine mit Schwertern, im römischen Bann,
der andere mit Bogen und Fernblick begann.

Sie tragen die Ahnen in Chromosomen,
die einst durch die Gräser der Steppe schon stoben.
R1a, R1b – dieselbe Quelle,
getrennt durch Jahrtausende, doch gleich in der Welle.

Sie kämpften für Ehre, sie fielen in Schlacht,
doch lebten im Erbe, das heute noch wacht.
Im Alemann glüht der Westen, stolz und klar,
im Kushan das Morgenlicht, kühl und wunderbar.

Denn Blut ist Erinnerung, tief und genau,
es flüstert vom Jâmnaya, uralt und rau.
Zwei Brüder, getrennt durch Zeit und durch Land –
vereint durch die Steppe, vereint durch das Band.